Pick of The Week: The Ground Game

Jedes Jahr bringt die PR Agentur Edelman den Vertrauensindex heraus und eine Gruppe gewinnt dabei immer an Wichtigkeit: Menschen wie ich. Dementsprechend wichtig ist es in der Politischen Kommunikation, Menschen dazu einzusetzen, andere zu überzeugen. “I’m a yardsign, I can’t vote. Go Knock Doors” war schon 2008 das Mantra der Obama Kampagne. Diesmal könnte es zur Überlebensstrategie werden. 

Die beiden Kandidaten sind in vielen Bereichen sehr, sehr unterschiedlich, so auch in der Kampagnenkultur. POLITICO schrieb am Samstag: “Obama is a community organizer; Romney is an ad agency. Boston was trying to sell a big message; Chicago was trying to identify, motivate and turn out every last Obama-friendly voter. Each was a strategy of necessity: Obama aides realized early on that he wasn’t going to be able to run on hope and change. And Romney – after long, expensive primary – was never going to be able to match the ground game that Obama has been building since at least April 2011, and arguably for years.”

Romney hat kein Groundgame. Er setzt auf jenen Kanal, der Seit 50 Jahren Kampagnenführung in den USA dominiert: Fernsehen. Große Botschaften, breit gestreut. Obama setzt auf Micromanagement. Get Out The Vote heißt dort tatsächlich Menschen zur Wahlurne fahren, wenn es notwendig ist. Deshalb setzt er auch so sehr auf Early Voting: Jede Stimme, die schon vor dem Wahltag abgegeben wurde ist nicht nur im Kasten, es ist auch ein/e potentielle/r AktivistIn, um beim GOTV zu helfen.

Doch wie stark der Kontrast zwischen Romney und Obama ist, wenn es um’s Ground Game geht, zeigt der Aritikel im Atlantic, unser heutiger Pick of the Week: In Florida und Virginia hat Obama zweimal so viele Field Offices, in Ohio sogar dreimal so viele. Doch die Anzahl an Field Offices ist nur dann wichtig, wenn die Datenhygiene stimmt – und bei den RepublikanerInnen tut sie das nicht, wie die Autorin des POTW beschreibt: “In Springfield, Virginia, last weekend, I went out canvassing with two 17-year-old Republican volunteers. Along with a dozen others, they picked up their clipboard outside a Baskin Robbins, then drove to a neighborhood of condo buildings and row houses. Consulting a printed-out Google map for guidance, the pair (…) worked their way down a printed list of names, each accompanied by a barcode and a series of bubbles to be filled with survey responses. It was a Redskins football Sunday, and out of a dozen homes we hit, only two doors were answered. Both homes had signs in their yard for Romney-Ryan, Senate candidate George Allen, and local congressional challenger Chris Perkins. One said he had already voted; the other said he’d just been out canvassing himself.”

Ob Obama trotz der Wirtschaftslage und wegen des Ground Games gewinnt oder nur gereicht hat um trotz einer Arbeitslosenrate von um die 8% bis zum Schluss ein knappes Rennen zu liefern, das sehen wir morgen in einer Woche.

Bis dahin eine absolute Leseempfehlung für alle, die entweder die Stimmung in einem Field Office kennen lernen wollen oder sich für Voter Registration numbers interessieren:

Pick of the Week: The Atlantic: Obama’s Edge: The Ground Game that could put him over the top. 

 

Dieser Beitrag ist von Yussi Pick

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1 Rückmeldung zu “Pick of The Week: The Ground Game”

  1. Jan Kercher sagt:

    Man beachte auch die sehr lesenswerte (und kostenlos als PDF verfügbare) Untersuchung von Seth E. Masket zum US-Wahlkampf 2008, auf die im Artikel verwiesen wird (“Did Obamas Ground Game matter?”): http://poq.oxfordjournals.org/content/73/5/1023.full.pdf+html

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