“I am not runnin’!” – wen wir leider nicht sehen werden

Der Vorwahlkampf der Republikaner hat bereits seine ersten Opfer gefordert. Einige stiegen aus, einige zogen zurück, und einige hatten gar nie vor zu kandideren. Eine kleine Zusammenstellung wessen nie gedrehte Wahlkampf-Clips uns leider im kommenden Jahr vorenthalten bleiben:

Tim Pawlenty – wieder nichts.
Der Mann ist wirklich kein Glückskind: Tim Pawlenty, Ex-Gouvereur von Minnesota, hatte als einer der ersten Kandidaten seine Entscheidung bekannt gegeben zu kandidieren – und sie nach der kleinen Straw Poll von Ames (Iowa – ausgerechnet!) als erster wieder zurückgezogen. Schon vor vier Jahren galt der moderate Republikaner im Wahlkampf gegen Barack Obama fast schon fix als running mate von Präsidentschaftskandidat John McCain – bevor sich der für die damals gänzlich unbekannte Sarah Palin entschied, um die hard-core-Basis der eigenen Partei zu mobilisieren. Was von Pawlenty bleibt? Ein Wahlkampf-Video im Hollywood-Stil. Fortsetzung unwahrscheinlich:

Chris Christie – What part of ‘No’ don’t you get?!
Wer “Chris Christie not running for president” googelt, kriegt 497.000 Treffer. Der Gouverneur von New Jersey trotzte allen Spekulationen und bleibt trotz Drängen vieler Parteifreunde bei seinem Nein. Und das, obwohl der “Garden State” höflich gesagt nicht gerade als Schmuckkästchen der USA gilt. Der sympathische, bürgernahe Republikaner machte sich vor der Politik vor allem einen Namen als Anit-Korruptions-Staatsanwalt: Er heftet sich auf die Fahnen rund 130 Politiker und hohe Beamte zu Häftlingen gemacht zu haben. Nun unterstützt er Mitt Romney. Sein “Nein” ist immer noch endgültig. Auch wenn manche Medien wohl immer noch gern glauben wollen “he left the door slightly open”:

Hier noch die Langversion für Feinspitze! Eine 14 Minuten-Compilation aller No’s bei Interviews.

Dale Peterson – stays a farmer, a businessman, a cop, a marine during Vietnam
Der Mann kommt natürlich nicht für die Präsidentschaft in Frage. Was aus einer ironischen Perspektive aber schon fast wieder Schade ist. Schließlich hat der Kerl Kampfgeist – und das buchstäblich. Sein YouTube-Ad für die Kandidatur als Alabama Agriculture Commissioner – also als Agrarlandesrat quasi – war wohl das Wahlkampfvideo des Jahres 2010. Es verzeichnet 2,5 Millionen Views und machte ihn über Nacht berühmt. Nicht auszudenken, was der Gute uns in einem Präsidentschaftsrennen noch alles geboten hätte:

Rick Barber – mit den Gründervätern gegen Präsident und Steuern
Er würde den Präsidenten absetzen und die tyrannische Regierung zusammenstutzen. Schließlich sei die Steuerlast für Geschäftsleute in den USA erdrückend. Und für seinen Kampf (um einen Congressitz 2010) bemühte der Tea-Party-Kandidat sogar die Gründerväter: Samuel Adams, George Washington und Benjamin Franklin – schließlich hätten die ja schon gegen eine läppische Tea-Tax revoltiert. Mit diesem Ad und anderen schwachsinnigen Parolen, schaffte er es zumindest in landesweite Medien. Seine Webseite dürfter er mitterlweile für andere Zwecke nutzen.

Ben Quale – der Sohn (jaja, von Dan Quale)
Nun ist ja Herkunft noch keine Kategorie. Aber aus dem Mund des Sohnes jenes Ex-Vizepräsident, der nicht gerade als einer der hellsten Politiker seiner galt, darf das Zitat “Barack Obama is the worst president in history” schon als Schmankerl bezeichnet werden. Seine Kandidatur 2010 bezog sich zum Glück nicht auf das Weiße Haus. Ob er der Richtige gewesen wäre “to knock the hell out of the place”?

Dan Fanelli – wants to stop political correctness
…und das ist ihm auch ganz gut gelungen mit seinen Spots zur Kongresswahl 2010. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, über Humor irgendwie nicht.

…und hier noch Teil 2: gleiches Thema, gleicher Humor.

Mike Gravel – staring at cameras
Der Ex-Senator aus Alaska kandidierte sogar schon einmal. Und zwar gegen Barack Obama. Bei den demokratischen Präsidentschaftsvorwahlen 2008 kandiderte auch Gravel. Der Libertäre warf jedoch bald das Handtuch. Mit Ads wie diesem hätte er die Aufmerksamkeit im Match zwischen Hillary Clinton und Barack Obama aber sicher auf sich ziehen können. Zumindest für 2 Minuten 51 Sekunden.

Sarah Palin – the one
Seit Monaten tourte sie mit ihrer Familie durch die entscheidenden Swingstates des Landes (um KEINEN Wahlkampf zu machen), stoppte unangekündigt bei den Vorwahldiskussionen der Kandidaten (um NICHT mit zu diskutieren) – und das alles in einem Bus, der bemalter Weise mit der Freedom Bell versehen und in die Verfassungsurkunde der Vereinigten Staaten eingewickelt war (um dann NICHT zu kandidieren). Warum? Wohl nur Urlaub gewesen. Gute Heimreise!

Dieser Beitrag ist von Josef Barth

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1 Rückmeldung zu ““I am not runnin’!” – wen wir leider nicht sehen werden”

  1. Alex sagt:

    Sehr tolles Video vom Pawlenty. Auch wenn man ein bisschen den Eindruck hat, dass er damit die eigene Charisma-Losigkeit überspielen will – es hat wirklich etwas von einem Trailer für Filme wie Inception, Day after Tomorrow usw.
    Gleich danach kommt das 2:51 staring video ;)

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