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CampaignTech ’11: Ask and you shall be given

Alljährlich veranstalten das Campaigns and Elections Magazine und das Center for Politics der University of Virginia mit der CampaingTech eine Konferenz, bei der sich politische BeraterInnen, VerkäuferInnen und PolitikerInnen austauschen, wie Technologie das Campaigning verändert und genutzt werden kann. In vier „Schwierigkeitsstufen“ – Candidate, Advocate, Campaign Professional und Technologist – diskutierten über zwei Tage verteilt fast 50 Panels. USA2012.at war vor Ort und nahm ein three-letter-word mit nach Hause: ASK.

Letzte Woche diskutierten im Washington Marriott fast 500 „political operatives“, wie politische Kampagnen das Internet zur Stimmenmaximierung nutzen können. Denn während in Österreich die Politik noch nicht so genau weiß, was sie mit diesem Internet anfangen soll, ist es für jede amerikanische Kampagne, vom Hundefänger bis zum Präsidenten, bereits ein unvernachlässigbarer Kanal um mit WählerInnen in Kontakt zu treten – auf mehr als nur einer Ebene. Diskutiert wurden nämlich nicht nur die Klassiker – E-Mail und Websites – sondern vor allem auch drei Kanäle, die 2012 eine zentrale Rolle online spielen werden: Social Media, Online Marketing (also Google, Facebook und Bannerwerbung) sowie Online Videos.

Online Action – Offline Impact

Anders als in unseren Breitengraden stellten sich PolitikerInnen und deren BeraterInnen auf der Konferenz nicht die Frage „Wozu brauche ich das?“ sondern bereits: „Wie kann ich Online nutzen, um Offline einen Effekt zu erzielen?“ Die authentische Präsenz ist dabei nur der erste Schritt. Der wichtigere Schritt ist der „Ask“, also die Aufforderung etwas zu tun, am besten in Kooperation mit anderen. Denn eines kann das Internet gut: Menschen miteinander zu verbinden. Darum drehte es sich vor allem bei der Diskussion mit dem Titel „Advancing your Supportes up the Engagement Ladder.“ Amerikanische Kampagnen setzen nicht nur darauf, ihre Botschaft zu pushen und in Dialog mit UnterstützerInnen zu treten, sondern nutzen Online auch, um AktivistInnen miteinander zu vernetzen und zu mobilisieren – Engagement eben.

Not everything online is free

Auch die Podiumsdiskussionen zu Online Marketing drehten sich um den „Ask“. Besonders wichtig dabei: Die Landingpage, also die Website, auf der man „landet“ wenn man auf Onlinewerbung klickt. Denn sie führt zu „conversions“ – der Umwandlung vom Klicker zum Unterstützer und von der Unterstützerin zur Aktivistin (da ist sie schon wieder, die „Engagement Ladder“). Dass man das alles noch dazu messen kann, freut die statistikwütigen PolitberaterInnen. Während man bei klassischer Plakatwerbung gerade mal genau weiß, wie viele Plakate hängen, aber nicht genau, wie oft es gesehen wurde, kann man online alles messen: Impressionen, Views, Reichweite, Klicks, Cost per Click, Cost per Conversions. Umso wichtiger ist es deshalb, ein klares Ziel zu haben, damit man misst was man braucht, so das Learning des Panels „Building Measurements that Matter“. Natürlich gilt das nicht nur für Werbung, auch Video erlaubt ganz genau zu messen, in welcher Sekunde die Userin abgeschalten, den „Spenden“-Knopf gedrückt oder es mit ihren FreundInnen geshared hat.

“YouTube is more than just a storage for TV ads”

Nicht nur, weil klassisches Fernsehen nicht messen kann, ist das Verhältnis zwischen TV-Consultants und OnlineberaterInnen ein getrübtes. In den meisten Fällen sind erstere trotzdem noch immer tonangebend und bekommen den größten Kuchen des Kampagnenbudgets. Politische Fernsehwerbung hat in den USA eine lange Tradition, die selbst im innovationswütigen Amerika nur schwer überwunden werden kann. Doch langsam machen sich auch Fernsehmenschen mit Online vertraut und behandeln es als mehr als nur ein Regal für alte Fernsehwerbungen – sie beginnen Onlinevideos nicht mehr nur nach Fernsehregeln zu produzieren. Der wichtigste Aspekt daran ist – schon wieder – der Ask. Das beste Beispiel dafür wurde erst letzte Woche am Video-Wednesday vorgestellt. „Are you in?“ fragt Obama 2012 und linkt direkt zu einer Seite, wo man sich als Freiwilliger melden kann und gleich die Stunden angibt, die man „committed“. Natürlich flutscht so ein Video-„Ask“ viel besser, wenn er mit einer ordentlichen Portion Emotion serviert wir. Neben „Ask“ war „Emotion“ das zweite Stichwort der Konferenz und stellt manche KandidatInnen vor große Herausforderungen, denn Online ist kein Allheilmittel, darüber sind sich die ExpertInnen des Panels „Defining Your Candidate (And Your Opponent) With Web Video“ einig: „If you’re boring, you’re boring.“

Die nächste CampaignTech-Konferenz findet nächstes Jahr am 19. und 20. April statt.

 

Dieser Beitrag ist von Yussi Pick

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5 Rückmeldungen zu “CampaignTech ’11: Ask and you shall be given”

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  1. [...] war jetzt gerade auf der CampaignTech. Das ist eine Konferenz, die sich auf den Einsatz von Technologie und neuen Medien im Bereich der [...]

  2. [...] As discussed just the other day – recently I’m writing mostly not on this blog. Umso mehr am I happy to direct you to my new blog project I started with Josef Barth and Stefan Bachleitner. USA2012.at will cover the US elections from a campaigning point of view. We will present a campaign strategy every Sunday, the Pick of the Week on Monday presents a primary source article and gives some background, Wednesday is our Video-Wednesday and in between we try to write what every we care about. I, for example, just went to the CampaignTech conference last week and blogged about that. [...]

  3. [...] Menschen online zu erreichen, wo man nicht nur eine Botschaft abliefern kann, sondern gleich einen Call to Action mitgeben kann. Bloß: Wie findet man WählerInnen [...]

  4. [...] belästigt werden. Damit sich jene nicht ganz wie Bankomaten fühlen ist April die Zeit, auf andere Asks umzustellen. Und nichts bietet sich mehr an, als der 17. April – Tax Day [...]

  5. [...] zu sein, motiviert er seine AnhängerInnenschaft sich im Wahlkampf zu beteiligen. Sogar einen Ask bringt er unter: If you’re not involved, sign up at BarackObama.com. Im Hintergrund wärmt [...]


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