Video Wednesday: When Mitt Romney came to town.

Jetzt wird’s dreckig. Der Clip vom Chinesisch sprechenden Jon Huntsman, den Ron Paul UnterstützerInnen aus New Hampshire letzte Woche veröffentlichten, war noch von irgendeinem/r AktivistIn in einer Garage unprofesionell produziert worden. “When Mitt Romney came to town” ist ein Hochglanzprodukt.

Good New Hampshire Tag, die Wahllokale öffnen in wenigen Stunden (außer jenes in Dixville Notch, wo die 9 wahlberechtigten bereits um Mitternacht ihre Stimme abgaben) und ein Sieg Romney’s gilt als sicher – er führt mit 10-17 Prozentpunkten. Der heutige Video Wednesday schon am Dienstag, zu brisant um den Clip noch einen Tag liegen zu lassen.

Veröffentlicht wurde der 2 minütige Clip, der ein Teaser für einen 20 minütigen Film ist, von “Winning our Future,” einem Super PAC, das Newt Gingrich unterstützt. Super PACs (Political Action Committee) sind Organisationen, denen unlimitiert Geld  gespendet werden kann  - anders als den KandidatInnen selbst, die selbst nur $2,500 pro Person und Wahl erhalten dürfen. Die einzige Beschränkung für Super PACs ist, dass sie sich nicht mit der Kampagne koordinieren dürfen.

Der Spot versucht Romney’s Kernargument, er sei ein erfahrener Geschäftsmann und wisse daher, wie man Arbeitsplätze schafft, auszuhöhlen. Er teasert die Geschichte von Bain Capital an, einer Investmentfirma Romney’s die systematisch Firmen gekauft und geschlossen hätte. Der Film passt perfekt ins Narrativ von einem überheblichen, herzlosen Geschäftsmann, ein Bild das Romney oft durch ungeschickte oder aus dem Zusammenhang gerissene Zitate verstärkt (“I like being able to fire people, who provide services to me,” “Of course coorperations are people”).

Der Zeitpunkt des Films ist zwar nicht mit der Kampagne abgesprochen aber natürlich kein Zufall:  Gingrich führte in Umfragen in South Carolina, der nächsten Station der RepublikanerInnen, begann aber nach seinem Verlust in Iowa zu verlieren. In New Hampshire ist Romney nicht mehr zu stoppen – aber er ist zu bremsen. Gewinnt Romney New Hampshire nur hoch und nicht haushoch, könnte Gingrich in South Carolina seinen Rückstand wieder aufholen. Das Thema wird uns auf jeden Fall die nächsten Wochen begleiten – und mit an sicher grenzender Wahrscheinlichkeit bis in den Herbst, sollte Romney republikanischer Kandidat werden.

Der Film wird online veröffentlicht und in South Carolina in TV Ads beworben, die sich das Super PAC dank einer $5 Millionen Spende eines Kasinobesitzers leisten kann.

Dieser Beitrag ist von Yussi Pick

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5 Rückmeldungen zu “Video Wednesday: When Mitt Romney came to town.”

  1. Robert sagt:

    Wie kann überprüft werden ob eine Super PAC sich nicht mit einer Kampagne koordiniert? Klingt eher nach augenauswischerei oder liege ich falsch?

Trackbacks / Pingbacks

  1. [...] hat ein Newt Gingrich unterstützender Super-PAC zuletzt eine Werbeoffensive gestartet, in der Mitt Romney als kaltschnäuziger Jobkiller dargestellt wird. Doch der kapitalismuskritische Unterton dieser Kampagne – Rick Perry [...]

  2. [...] oft auch dem/r KommunikationsdirektorIn unterstellt ist, ist der/die ResearcherIn. Was Mitt Romney bei Bain Capital getan hat, ist nicht zufällig ans Tageslicht gekommen. Oppo, kurz für opposition research, ist [...]

  3. [...] Glück ist, dass es im Zuge der republikanischen Vorwahlen bereits viel Kritik an dem von Romney praktizierten „Aasgeier-Kapitalismus“ gab. Angesichts entsprechender Aussagen von Newt Gingrich bis Rick Perry wird es den Republikanern [...]


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