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Oops: Perry gibt auf …

Nach Michelle Bachmann und Jon Huntsman haben die Vorwahlen nun auch ein drittes Opfer gefordert: Wie CNN berichtet, hat Rick Perry entschieden, sich aus dem Rennen um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner zurückzuziehen. Die Entscheidung kam nicht überraschend. Bereits unmittelbar nach seiner Wahlschlappe in Iowa – wo er nur den fünften Platz erobern konnte – hatte er ein „Reassessment“ seine Kampagne angekündigt. Überraschend ist, dass er so lange nach New Hampshire oder so kurz vor South Carolina aufgibt. 

Rick Perry ist mit Abstand der größte Verlierer der diesjährigen republikanischen Vorwahlen. Er hatte alles was ein erfolgreicher Bewerber aus den Reihen der GOP braucht: Ein Siegerimage (als erster Gouverneur von Texas überhaupt wurde Perry 2010 zum zweiten Mal wiedergewählt), basistauglichen Cowboycharme, eine stattliche Anzahl relevanter Endorsements und genug Geld in der Kriegskasse. Doch mit seinem bereits legendären „Oops“ während einer der republikanischen TV-Debatten hat er seine Chance auf die republikanische Nominierung innerhalb weniger als einer Minute versenkt. Der damit verbundene Schaden war trotz aller Bemühungen nicht mehr zu reparieren.

In Iowa setzte er alles auf eine Karte und versuchte – mit großem Werbeaufwand – die evangelikalen WählerInnen für sich zu gewinnen. Damit dürfte er sich allerdings den letzten Rest an Breitenwirkung genommen haben, während der konservative rechte Rand der republikanischen Basis von seinem Werbeaufwand relativ unbeeindruckt blieb. Letztlich führte Perry damit nur eine Kandidatenliste an: Mit rund 480 US-Dollar pro Stimme gab er im Verhältnis zum Wahlergebnis am meisten für seine Kampagne aus. Für Beobachter überraschend war, dass er trotzem nach New Hampshire weiter zog, wo er aber nur 1% der Stimmen erhielt – auch in absoluten Zahlen wesentlich weniger als in Iowa.

Solche Zahlen müssen Perry deutlich gemacht haben, dass jede Verlängerung seiner Kampagne reine Geldverschwendung wäre und auch seiner angeschlagenen politischen Reputation schaden würde. Nun hat er die Konsequenzen daraus gezogen.

Dieser Beitrag ist von Stefan Bachleitner

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2 Rückmeldungen zu “Oops: Perry gibt auf …”

  1. Tom Schaffer sagt:

    woher nimmst du die sicherheit, dass dieses blackout schuld war? bei dem haufen crap den diese kandidaten da bei jeder der 1000 tv-konfrontationen unter beifall einer anscheinend grenzdebilen zuseherschaft von sich geben (die daily show dokumentierts ja alles dankbar), fällts mir eher schwer, das zu glauben.

    • Ich behaupte nicht, dass Rick Perry ohne sein Blackout zum Präsidentschaftskandidaten nominiert worden wäre, aber wenn er in den Debatten eine bessere Performance hingelegt hätte, wäre er heute noch im Rennen. Die meisten Kandidaten haben in den TV-Diskussionen veritable Bremsfehler hingelegt, aber sein “Oops” war mehr als das – ein Dreher, mit dem er unaufholbar viel Zeit verloren hat.

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