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Structure follows Strategy III: Fundraising

Willkommen zurück bei Structure follows Strategy. In einer vierteiligen Serie sehen wir uns unterschiedliche Abteilungen einer US Kampagne an. Egal, wie groß eine Kampagne ist, vom Dogcatcher bis zum Präsidenten, vier Ebenen sind unversichtbar: Die Führungsebene, Fundraising, Communication und Field/Organization. Bereits erschienen: Ganz Oben und Communication.

Grob gesagt, gibt es vier Wege, um als Kampagne an Geld zu kommen: Online, durch Veranstaltungen, am Telefon und durch Briefe. Ja, es gibt tatsächlich noch Kampagnen, die unglaublich viel Geld dafür in die Hand nehmen, um Porto und Druckkosten von Briefen zu bezahlen und dann mit einer Returnrate von unter 5% trotzdem noch Gewinn machen. Dementsprechend hoch müssen die Beträge sein, nach denen gefragt wird. Fundraisingconsultant Rick Hendrix, der auf High Dollar Asks spezialisiert ist, erzählt gerne von der guten, alten Zeit, als es noch kein Onlinefundraising gab und Menschen mit Kuverts in ein Zimmer eingesperrt wurden und nur mit der richtigen Anzahl an Schecks im Verhältnis zu Kuverts wieder rausgelassen wurden.

Online Fundraising – meistens Teil des Emailprogramms und daher an der Schnittstelle zur Kommunikation – hat das Leben vereinfacht und die durchschnittliche Spende verkleinert. Die Obama Kampagne ist stolz darauf, dass 98% der SpenderInnen unter $250 Dollar gegeben haben und immerhin 59% unter $25 – mehr Datenspielerei in einer faszinierenden Infografik. Apros pros Daten: Wie alles ist auch Fundraising datengetrieben. Wenig erstaunlich, dass es daher eine/n Fundraising Reseacher gibt. Er/Sie recherchiert, wer wieviel gegeben hat oder wer das letzte Mal viel mehr gegeben hat und noch einmal bearbeitet werden muss. Diese Person, arbeitet eng mit dem/der Call Time ManagerIn zusammen, sofern sie nicht ohnehin ident sind. Viel Geld auf einmal kommt schließlich von Veranstaltungen auf denen der Teller im fünfstelligen Bereich liegt, die von jemandem organisiert werden müssen: Finance Event Staffers. 

Natürlich steht hinter diesen GeldeintreiberInnen eine Armee von GeldverwalterInnen in Form von BuchhalterInnen. Denn man kann amerikanischen Kampagnenfinanzierung zwar vorhalten, keine Limitierungen zu haben, aber nicht, keine Regulierung zu haben. Jedes Quartal muss etwa ein Bericht abgegeben und veröffentlicht werden, der sowohl (von wem) eingetriebenes, als auch (wofür) ausgegebenes Geld enthält – hier runterzuladen. (1)

Überwacht wird die ganze Operation vom Treasuer oder Finance Director, der/die eine offizielle, bei der Federal Election Commission gemeldete Person ist.

Nächstes Mal: Der vierte und letzte Teil der Serie: Field Operations.

(1) Alles was an intransparenter Kampagnenfinanzierung in diesem Wahlkampg kritisiert wird, hat nicht direkt mit der Wahlkampagne sondern die sie unterstützende Political Action Committees zu tun. Sie zu diskutieren würde hier den Rahmen sprengen.

Dieser Beitrag ist von Yussi Pick

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