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TechTuesday: Dashboard

Es geht die Mär, ein Intern hätte das “Online Organizing” also das online-mobilisieren von Menschen in Wahlkämpfen erfunden. Er sei eines Tages am Computer gesessen und hätte auf MeetUp.com gesurft – einer Seite auf der sich Menschen mit ähnlichen Interessen in offline Gruppen finden können, sei es Bowling, Sprachenlernen oder gemeinsam in Bars gehen. Es war 2003, der demokratische Vorwahlkampf hatte noch nicht einmal richtig begonnen und jener Intern fand Gruppen mit Namen wie “How do we get Howard Dean elected.” Das war der Start von Howard Deans Internetkampagne, die als Pionierarbeit gilt – dementsprechend streiten sich heute Dean, sein Kampagnenmanager Joe Trippi und (vermutlich) jener namenlose Intern wer’s erfunden hat. Doch eines steht fest: Seitdem ist das Finden von UnterstützerInnen online nicht mehr aus amerikanischen Wahlkämpfen wegzudenken. 

“Vom Monolog zum Dialog,” das wäre das neue am Internet: 1.0 heißt Firmen senden, KundIn empfängt, 2.0 heißt KundIn sendet zurück. Doch das übersieht die wichtigste Seite von Online: Menschen organisieren sich ohne zutun von Organisationen. Das ist auch das Learning auf dem Howard Dean Wahlkampf, der nun schon fast 10 Jahre zurückliegt (als Howard Dean zu Wahlkämpfen begonnen hatte, gab’s YouTube noch nicht): Wer es schafft, jene spontan entstandenen Gruppen zu unterstützen ohne sie zu vereinnahmen, gewinnt sie für Online Organising. Das weiß auch die Obama Kampagne die 2008 einen der Gründer Facebooks Chris Hughes an Board geholt hat, um MyBarackObama.com (“MyBo”) zu konzipieren.  Dort konnten UnterstützerInnen ein Profil anlegen, Veranstaltungen kreieren, unterstützende NachbarInnen kennenzulernen, Geld zu spenden und zu sammeln etc. (einen Videoüberblick gibt’s hier).

Letzte Woche hat die Kampagne die Version 2.0 des Netzwerks vorgestellt:

Es ist noch in einer Frühphase, daher haben sich nicht viele Menschen registriert und das “Dashboard” wird bald noch um Funktionen erweitert werden. Während MyBo noch eher wie eine Kopie eines Social Networks gewirkt hat, ist das Dashboard auf wenige Funktionen reduziert: Gruppen, Events, Anrufe. Als MyBo gegründet wurde, war Facebook noch nicht einmal 2 Jahre für mehr als nur Collegekids offen. Demensprechend war MyBo ein wichtiges Parallelnetzwerk. Heute kräht kein Hahn mehr nach NOCH einem zeitintensiven Netzwerk. Stattdessen (werden) Facebook und das Dashboard miteinander arbeiten. So werden WählerInnen nicht mehr nur im stillen Kämmerlein angerufen, sondern diese Tat auch gleich an die versammelte Facebookfreundschaft verkündet. Damit die Sache kompetitiv bleibt, gibt’s eine eigene Kategorie “Numbers,” wo sämtliche Anrufe gezählt werden

 

“Gameification” heißt das im Buzzwordbingo.

Die Kampagne auf der anderen Seite hat natürlich mehr davon, dass sich user via Facebook einloggen. So muss man der App neben den Standardinformationen auch Zugang zu meinen Likes und denen meiner FreundInnen geben. Damit ich auch mit den für mich interessanten Menschen spreche.

Dieser Beitrag ist von Yussi Pick

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