Video Wednesday: Attacke gegen Attacke

Zusammenhang ist so eine Sache. Von Kerry’s berühmtem “I was for it, before I was against it” hat er sich 2004 im ganzen Wahlkampf nicht mehr richtig erholt. Die Erklärung für sein Stimmen Flip-Flopping hängt mit Senatsregeln zusammen: Wenn ein Gesetz droht zu scheitern, stimmen UnterstützerInnen dagegen es überhaupt auf den “Floor” zu bringen, denn nur dann können sie es zu einem späteren Zeitpunkt wieder wortident einbringen. Das in einem Satz zu erklären ist schwierig. Da kommt schon mal “”I was for it, before I was against it” raus. Wer 24 Stunden im Rampenlicht steht, redet schon mal Stuss. Bush zum Beispiel: ”Our enemies are innovative and resourceful, and so are we. They never stop thinking about new ways to harm our country and our people, and neither do we.” Und auch Romney hat mit seinen One-Linern schon für Late Night Material gesorgt, etwa als er sich als  Unterstützer der amerikanischen Autoindustrie präsentierte in dem er sagte seine Frau führe mehrere Cadillacs. Oder als er versicherte, dass er zwar nicht oft NASCAR sehe, aber viele seiner Freunde Teams besitzen würden.

Andere Sätze muss man aus dem Zusammenhang reißen, um sie für sich zu nutzen. Als etwa Barack Obama neulich meinte, die Infrastruktur, die die Gemeinschaft zur Verfügung stellt, wurde nicht von “Business” geschaffen, sagte er: “If you got a business, you didn’t build that.” Das “that” bezog sich aber nicht auf “business” sondern auf “streets” So einen Satz kann man leicht umdrehen und als progressive Attacke auf amerikanischen Unternehmergeist verstehen, wie es Mitt Romney’s neues Ad tut.

Scott Brown, Senator aus Massachusetts, springt gleich auf den Zug mit auf, denn er hat das Glück das seine Gegenkandidatin Elizabeth Warren einen ähnlichen Satz gesagt hat – der aber ein wenig schwieriger falsch zu interpretieren ist. Aber in einen guten Mix aus Obama’s Sager auf der einen und Patriotismus auf der anderen Seite, lässt sich daraus auch ein schönes Video machen.

Dass das Obama Camp diese Attacken ernst nimmt zeigt, dass es in Battleground States eine Gegendarstellung schaltet, die seine Worte in den richtigen Zusammenhang rücken. Nicht nur das: Es ist das erste Ad, neben zwei Mobilisierungsads zu Beginn des Jahres mit wenig Budget, in dem Obama selbst in die Kamera spricht.

Die Botschaften könnten nicht offensichtlich unterschiedlicher sein: Obama’s Botschaft “Forward.” mit einem Punkt als Licht am Ende des Tunnels  zeichnet ein positives Bild von der Zukunft, während sich sowohl Brown’s als auch Romney’s Botschaft auf die goldene Vergangenheit beziehen. Diesen Unterschied macht Obama in seinem anderen Ad “The Choice” deutlich. Dabei präsentiert er zwei Entscheidungen, nicht – wie er betont – zwischen zwei Menschen, sondern zwischen zwei Plänen für die Zukunft. In die Gefahr, eine argumentative Strohpuppe aufzubauen, tappt er nicht, er präsentiert Romney’s Argumente scheinbar neutral: Romney meint, mit Steuerkürzungen der Reichsten könne man die Wirtschaft ankurbeln. Sein Weg ist ein Anderer: Die Wahl hat der/die WählerIn.

Dieser Beitrag ist von Yussi Pick

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