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TechTuesday: 100 Tage Türenklopfen

100 Tage bis zur Wahl bedeutet, dass die Field Operation langsam anläuft. Field, das bedeutet Face-To-Face, Türenklopfen, Rallies. Bei aller Begeiserung für den Einsatz von Online im Wahlkampf 2008, die Obama Kampagne verlor schon damals nie ihr Mantra: Go knock doors.

Der Sommer ist schon fast wieder vorbei. 100 Tage bis zur Wahl ist ein fiktives Datum, doch wenn ab Mitte August die College Kids wieder in ihre Dorms ziehen und spätestens wenn die Familien am 3. September sich vom Labor Day Weekend Trip zurück stauen und allerspätestens wenn Obama am 6. September im Bank of America Stadium seine Acceptance Speech hält, ist der Field Wahlkampf eröffnet. Online kann vieles: Daten sammeln, Spenden sammeln, Überzeugung bekunden, Menschen vernetzen. Doch großflächig Menschen überzeugen, das kann eines am besten: Die persönliche Kommunikation. Aber auch hier sind Kampagnen technologieunterstützt: Die schon im ersten TechTuesday vorgestellten Datenbanken der Parteien sammeln nicht nur die Daten von WählerInnen, sie spucken sie auch wieder aus. “Turf cutting” nennt sich, wenn ein/e Field Organizer eine Nachbarschaft auf einer Google Map absteckt, einige Filter definiert (etwa ob registrierte/r ParteigängerIn, regelmäßige WählerIn, Erstkontakt, etc)  und daraufhin die Datenbank eine “Walk List” ausspuckt, die dann etwa so* aussieht:

Am Ende des Walks werden dann die einzelnen Datensätze mittels BarCode aufgerufen und die neuen Informationen eingegeben.

UPDATE: Just heute veröffentlicht die Obama Kampagne ihre neue Smartphone App, die wie vermutet vor allem beim Voter Contact hilft. Das Turf lässt sich direkt am Handy stecken (die Daten werden wohl direkt in die Datenbank zurück gespeist); die App bietet bundesstaatsspezifische Argumentarien und Wahlinformation und lässt AktivistInnen Events in der Nähe suchen. Hier das Video:


Das Leben eines Field Organizers hat die Obama Kampagne in einem Onlinevideo zusammengefasst.

*wie man an den Optionen erkennt handelt es sich bei dieser Liste um eine Call List, aber das Konzept bleibt das selbe.

Dieser Beitrag ist von Yussi Pick

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1 Rückmeldung zu “TechTuesday: 100 Tage Türenklopfen”

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  1. [...] Dabei geht es weniger darum, den Freiwilligen einen Ort zu bieten, wo sie sich treffen können, um yard signs zu basteln. Im „Feld“ wird vielmehr der persönliche Kontakt zu den Wahlberechtigten organisiert – das Klopfen an Haustüren, die Telefonanrufe, die lokalen Veranstaltungen. Diese Aktivitäten sind für jede Kampagne außerordentlich wichtig, um ein möglichst vollständiges und aktuelles voter file – also ein Verzeichnis der WählerInnen in der Region – aufzubauen. In dieser Datenbank wird vermerkt, wer sicher oder sehr wahrscheinlich für den eigenen Kandidaten stimmen wird – und daher im Zuge des „Get out the vote“ (GOTV) zu mobilisieren ist. Social Media hin, TV-Werbung her: Wer die eigenen WählerInnen identifizieren und an die Wahlurne bringen möchte, muss vor Ort sein (auch wenn es dafür immer mehr digitale Unterstützung gibt, wie Yussi neulich im TechTuesday erläuterte). [...]


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