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Debates: A new hope (for Romney)

Wir haben uns die Debatten live angesehen, damit ihr nicht musstet. Hier eine Zusammenfassung der Ereignisse:

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VideoWednesday: Debate Prep

Heute nacht, 3 Uhr früh unsere Zeit treffen Präsident Obama und Mitt Romney zum ersten Mal in einer Debatte aufeinander. Es ist tatsächlich das erste Mal, dass sich diese beiden Kandidaten im Wahlkampf, der mittlerweile schon fast sechs Monate dauert, begegnen. Es ist ein Turning Point, der – geschickt genutzt oder blöd verspielt – das Narrativ der Medien in den nächsten Tagen und Wochen bestimmt. Sollte etwa Mitt Romney sich besser als erwartet  schlagen, kann das Momentum, das in Moment nicht auf seiner Seite ist, umschlagen. “Media Loves a comeback story” ist die Warnung zur Vorsicht, die DemokratInnen dieser Tage predigen. Romney ja nicht zu früh abschreiben. Auf der anderen Seite versuchen die MitarbeiterInnen des Präsidenten bereits jetzt, die hohen Erwartungen an ihn zu steuern. Immer öfter tauchen Stimmen auf die “besorgt” sind, Obama hätte “nicht genug Vorbereitungszeit” für die Debatten. Immerhin habe er den wichtigsten Job der Welt.

Die TV-Debatten haben in ihrer knapp 50 jährigen Geschichte einigen Presidential Hopefuls den Kopf gekostet oder einen Boost gegeben. Etwa Reagan:

Nicht so gut ging es Dukaksi, der in der Debatte gegen Bush nach seiner Position zur Todesstrafe bei Vergewaltigungen gefragt wurde (die Haupt-Attacke der Bush Kampagne) und dabei hölzern und nicht empathisch wirkte:

Ein Zinger, der dem Angreifer im Endeffekt nicht genutzt hat, war gegen Bush Sr.’s VP Kandidaten gerichtet:

Im Wahljahr 1992 hat das bereits am Sonntag diskutierte Video noch einige Feinheiten, die wir euch vorenthalten haben, nämlich Bush’s Antwort auf die Frage. Man beachte seine Geste gleich zu Beginn. Seine Antwort macht den Kontrast zu Clinton’s Antwort noch stärker.

Diese Debatte gab überhaupt einiges her. Dort erblickte auch ein damals unbescholtener CEO einer großen Pizzakette das Scheinwerferlicht der nationalen Fernsehwelt

Zum Abschluss: Fernsehduelle sind mehr noch als inhaltliche Debatten ein Aufeinandertreffen von zwei Persönlichkeiten. Wer sympatischer ist, gewinnt. Da hilft es nicht, seinen politischen Gegner als “that one” zu bezeichnen:

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Pick of the Week: The American Dream

Eingedeutscht zu “Vom Tellerwäscher zum Millionär” ist der Amerikanische Traum der unumstritten meist gebrauchte politische Kampfbegriff. In Reden erzählen KandidatInnen wie sehr sie “the embodyment” des Amerikanischen Traums sind (oder lassen – wie im Fall der aktuellen PräsidentschaftskandidatInnen – das ihre Frauen erledigen). In Kampagnenbotschaften geht es darum, dem Gegner vorzuwerfen den Amerikanischen Traum kaputt gemacht zu haben und zu versprechen ihn zu reparieren.
In der Public Opinion hat der Amerikanische Traum vor allem zur Folge, dass eine Gerechtigkeitsdebatte schwer zustande kommen kann: Der Amerikanische Traum behandelt ja alle gleich. Nicht einmal Neid kann da aufkommen. Das macht den Amerikanischen Traum, obwohl er ein Traum vom sozialen Aufstieg und damit was in Europa eher von linken Parteien gewertschätztes Gut ist, auch für RepublikanerInnen brauchbar: Wer noch immer Tellerwäscher und noch immer nicht Millionär ist, der hat eben nicht, was man braucht. Wer’s nicht schafft ist selbst schuld.

Abseits politischer Attacken auf den/die GegnerIn gibt es kaum eine/n PolitikerIn, der/die den Traum dekonstruiert. Elizabeth Warren ist eine der wenigen, die den Traum zumindest als “rigged,” also manipuliert, bezeichnet. Nie wird der Traum, als Mythos und Politischer Kampfbegriff bezeichnet, den es zu beseitigen gilt, wenn man eine ehrliche Debatte über Gerechtigkeit führen will. Daher kommt unser heutiger Pick of the Week von Washington Post Kolumnist Robert J. Samuelson, der eben dies tut: Down with the American Dream.

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Analyse: Mitt hits the fan

49 Tage vor einer Wahl Abgesänge auf KandidatInnen schreiben, ist nichts was man eigentlich tun sollte. Aber wenn wir am 7. November aufwachen und Barack Obama wieder Präsident der Vereinigten Staaten ist, dann werden wir auf die vergangenen 2 Wochen zurückblicken und feststellen, dass es die zwei Wochen sind, in denen Mitt Romney die Wahl verloren hatte. Erst gestern haben wir von Romney’s Scheißwoche geschrieben und tatsächlich war es schon gestern eine solche. Doch dann kam es dicker: Mother Jones veröffentlichte ein Video (siehe unten), das bei einem nicht-öffentlichen Fundraiser im Mai dieses Jahres aufgenommen wurde. In diesem Video sagt er, vor Menschen, die $50,000 Eintritt bezahlt haben:

There are 47 percent of the people who will vote for the president no matter what. All right, there are 47 percent who are with him, who are dependent upon government, who believe that they are victims, who believe the government has a responsibility to care for them, who believe that they are entitled to health care, to food, to housing, to you-name-it. That that’s an entitlement. And the government should give it to them. And they will vote for this president no matter what…These are people who pay no income tax.

Cut to: This

Tatsächlich war mein erster Gedanke: Die Aussage wird misinterpretiert. Denn was er eigentlich sagt, ist doch eine Kampagnenweisheit: Die eine Hälfte wählt den anderen, die andere Hälfte wählt mich, und die brauch ich mich nicht kümmern. Mir geht es um die paar Swing Voter, die die Wahl für oder gegen mich entscheiden können.

Und damit hat er recht. Doch der Skandal ist was er über die andere Hälfte sagt: ”I’ll never convince them they should take personal responsibility and care for their lives.” Er hat sogar Recht mit der Zahl. Tatsächlich gibt es rund um 50% die keine Income Tax zahlen. Doch jene (Kinder, PensionistInnen und SoldatInnen ausgenommen) zahlen, weil sie zu wenig verdienen nur Payroll Tax, über die Social Security und Medicare finanziert wird. Für eine detaillierte Zahlen verweise ich an FORBES.

Das Argument ist kein Neues: In den USA heißen sie “Wellfare Queens,” in Österreich Sozialschmarotzer. Galant mit einem rassistischen Unterton versehen schimpfen jene die im gemachten Nest sitzen auf die, die’s nicht so leicht haben. Doch während üblicherweise gerade jene nicken, die am ehesten selbst in eine Situation geraten, Hilfe vom Staat zu brauchen, ist das einfacher wenn “die anderen” 10%. Aber wer 50% der Bevölkerung als Sozialschmarotzer hinstellt, noch dazu vor seinen MillionärsfreundInnen, der hat ein echtes Problem. Da braucht sich die Obama Kampagne gar nicht auf eine inhaltliche Diskussion einlassen. Sie veröffentlichte gestern Nacht ein Bild – das Titelbild des Blogs, mit der Botschaft: Das ist, was euer Typ über meine WählerInnen sagt, das ist, was wir über eure WählerInnen sagen.

Und als ob das nicht noch genug wäre, legt die Romneykampagne heute nach: “Now Boarding” ist die Betreffzeile und der Absender ist VP Kandidat Paul Ryan: “Be sure to enter for a chance to fly on the campaign plane with Mitt! This is an incredible opportunity to see the campaign from a unique perspective”

Vorschnelle Libya Statements? 50,000 WählerInnen.

Publikumsbeschimpfung? 500,000 WählerInnen.

Einladung im Privatjet mitzufliegen? Priceless.

Die gesammelten Videos – Romney spricht auch darüber, dass es viel leichter wäre, Präsident zu werden, wäre sein Vater echter Mexikaner – gibt’s bei Mother Jones. Das diskutierte Video:

PS: Titel des Posts courtesy of NY Daily News

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Pick of the Week: Romney’s Scheißwoche

Es war keine gute Woche für Romney. Erst Obama’s Attacke in Sachen Außenpolitik bei der Democratic Convention, die durch Romney’s nicht gerade staatsmännisches Verhalten verstärkt wird. Dann die Umfragen, die Obama in Florida, Virginia und Ohio vorne zeigen. Oben drauf noch eine NYT News Meldung: “President Obama has taken away Mitt Romney’s longstanding advantage as the candidate voters say is most likely to restore the economy and create jobs, according to the latest poll by The New York Times and CBS News, which found a modest sense of optimism among Americans that White House policies are working.” Mehr und mehr RepublikanerInnen äußern halböffentlich Kritik an Romney,  denn jeder Tag, an dem RepublikanerInnen nicht on message bleiben, ist ein verlorener Tag.

Als singuläre Ereignisse wären sie alle meisterbar, doch konzentriert können sie der Kampagne ernsthaften Schaden zufügen. Denn wenn das Momentum einmal weg ist und Zeitungen beginnen, Abgesänge zu schreiben, ist Feuer am Dach. Anstatt mit einer neuen Woche neu durchstarten zu können, muss sich die Romney Kampagne heute mit diesem Artikel rumschlagen:  POLITICO – Inside the campaign: How Mitt Romney stumbled

Der Artikel zeichnet, anhand von Interviews mit genannten und anonymen Kampagnen InsiderInnen,  den Weg, wie es passieren konnte, dass in Romney in seiner Convention Rede nicht den Truppen dankte – ein Fakt, das die DemokratInnen als Window of Opportunity sahen, um Romney in Außenpolitik anzugreifen.  Der Artikel ist symptom für größere Schwierigkeiten: Wenn Teile des oberen und mittleren Management so genervt sind oder sich ungehört fühlen, dass sie Flucht in die Medienöffentlichkeit  ergreifen müssen, dann hat Romney ein Moral Problem. Unser Pick of the Week daher: POLITICO – Inside the campaign: How Mitt Romney stumbled

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Veranstaltungstip: UnSer(?) Amerika

Das Mauthausenkomitee Österreich veranstaltet von 17. September bis 12. November eine Ausstellung, die anlässlich der Präsidentschaft eine “differenzierte Sichtweise der Vereinigten Staaten von Amerika herstellt” so der Einladungstext. Die Ausstellung, soll vor allem Jugendliche, Schulklassen und Lehrlinge ansprechen, hat neben den Wahlen folgende Schwerpunkte:

  • Leben in Amerika
  • Bürgerrechtsbewegungen
  • American Exports (Music/Cars/Sport/Lifestyle/Food/Language)
  • Österreich und Amerika
Die Ausstellungseröffnung ist nächsten Montag, den 17.9., um 10 Uhr im ÖGB, Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien (U2 Station Donaumarina). Termine der Rundgänge auf der Website: http://www.unser-amerika.at/

Ich habe Willi Merni, Organisatior der Ausstellung und Vorsitzender des Mauthausenkomitees, bei der Convention getroffen und mit ihm über seine Eindrücke gesprochen:

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VideoWednesday: Paul Ryan’s Ad

Gestern hat Paul Ryan seinen ersten Fernsehspot geschalten – für die Wiederwahlkampagne in seinem Wahlbezirk in Wisconsin. Dort kann er – nach der in Wisconsin geltenden Wahlordnung – nämlich trotz seiner Kandidatur als Vizepräsident antreten. Sollte er Veep werden, wird der Sitz in einer Special Election neu vergeben, denn gewählt wird er mit Sicherheit: In Moment  liegt er mit gutem Abstand vor seinem demokratischen Gegenkandidaten. Die Ad ist deshalb also nicht so notwendig, um in seinem Bezirk zu gewinnen, aber ein guter Weg, um ohne der Präsidentschaftskampagne Geld zu kosten, Wisconsin zu einem Battlegroundstate zu machen. Dementsprechend vage ist auch die Ad:

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TechTuesday: Tell Stories

“My name is Stacy Lihn and the Affordable Care Act saved my daughters life” die Demokratische Convention bot nicht nur KarrierepolitikerInnen und AufsteigerInnen eine Bühne, sondern auch einigen “Kleinen Männern” und Frauen. Denn die Obama Kampagne weiß: Zu sagen “Präsident Obama investierte XYZ Billionen um unsere PensionistInnen zu unterstützen” ist nicht so effektiv, wie wenn Carol Berman sagt: “I know first hand that Obamacare works.”

Let’s face it: Wir sind zwar alle Politikbegeistert, aber im Kern ist Politik trocken. Das beginnt bei öder JuristInnensprache, in der Gesetze geschrieben sind und geht zu langweiligen volkswirtschaftlichen Zahlen, Steuerquoten und Bruttoinlandsprodukten. Während die zu gestaltenden Systeme immer komplexer werden, werden die Vermittlungskanäle und die Aufmerkamkeitsspanne immer kürzer. In diesem Spannungsverhältnis müssen politische KommunikatorInnen Gesetzesinitiativen beschreiben und Erfolge verkaufen. Gerade, wenn es ums Gesundheitssystem geht, ist es de facto unmöglich, die unterschiedlichen Facetten zu erklären ohne zu verkürzen. Etwa wenn es um Lifetime Caps geht: Vor Obamacare war es bei Gesundheitsversicherungskonzernen üblich eine lebenslange Zahlungsdeckelung zu haben, also eine Summe nach der die Versicherung keine Services mehr zahlt. Diese Summe ist üblicherweise sechsstellig und daher nicht besonders greifbar. Wer verbraucht schon Millionen an Versicherungszahlungen? Die Antwort ist Zoe Lihn: ”By six months of age, Zoe was halfway through her lifetime cap.” Das zieht. Die Familie Lihn ist eine von mehreren, denen die Obama Kampagne eine Bühne auf der Convention gegeben hat. Sie wurden mit einem kurzen Video vorgestellt und wurden dann auf der Bühne gegrüßt.

Storytelling vom Feinsten. Der Plot hat alles: Eine Gefahr, die ein Opfer fordert, einen edlen Ritter der die Gefahr aus dem Weg räumt und einen Bösewicht: “because we need the Affordable Care Act to be intact.”

Die Familie sind nicht die einzigen mit einer guten Geschichte:

  • Carole Berman ist Pensionistin aus Florida, die ins Doughnut Hole gefallen ist (sie erklärt im Video was das ist)
  • Nathan Davis ist Veteran aus Ohio, der erzählt wie sehr Obama hinter den Truppen steht
  • Bill Butcher ist Unternehmer aus Virginia, der erzählt wie der Stimulus geholfen hat seine Brauerei aufzubauen
  • Johania Rames ist High School Schülerin, der geholfen hat dass Obama die Pell Grants verdoppelt hat.

Die Gruppe ist so divers, wie die TeilnehmerInnen des Parteitags: Alt, jung, Hispanic, African-American und wer genau schaut erkennt, woher sie kommen: Florida, Ohio, Virginia – die großen Battleground States.

YouTube killed the TV Star

Geschichten erzählen, das geht besonders gut auf YouTube, eine der größten Innovationen des Social Webs. Während andere Medien schon vor Zeiten des Internets durchaus low-budget pendants hatten, Mitgliederzeitungen etwa, war das Bewegtbild in der Hand von Fernsehen und Werbern. YouTube und Smartphones ändern das radikal: Jede/r mit einem funktionierenden iPhone und ein bisschen Talent kann Videos machen, wobei das Talent – bewiesen durch meine Videos – gar nicht so notwendig ist.

Die Geschichte trumpft dabei Qualität. Natürlich sind die Bilder der Obama Kampagne gestochen scharf, aber viel wichtiger als die Qualität der Bilder ist ihre Echtheit: Keine Inszenierung, keine SchauspielerInnen, keine Requisiten. Echte Menschen sprechen (in ganzen Sätzen) in die Kamera und erzählen ihre Geschichte. Das Learning für politische KommunikatorInnen in Europa: Nicht über Betroffene sprechen, sondern Betroffene sprechen lassen.

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Convention Highlights abseits der großen Reden

Die Convention ist vorbei, der Convention Bump fiel auf beiden Seiten eher mager aus – ein Zeichen dafür, dass es nicht mehr viele untenschlossene WählerInnen gibt. Die Highlights der Conventions haben es auch über den Teich geschafft, doch bei einer Veranstaltung mit über 20,000 TeilnehmerInnen haben traditionelle Medien nicht die Kapazität, ein komplettes Bild zu zeigen. Für jene die beim Convention Talk wirklich mitreden wollen haben wir eine Zusammenfassung der wichtigsten Reden und Geschehnisse abseits des Mainstreams zusammengefasst.

Ich war bekanntlich vor Ort und habe von dort livegetwittert. Ein paar Bilder, die die Atmosphäre außerhalb der Arena einfangen, zum Einstieg:

Kal Penn, der Star aus Harold und Kumar, war in den ersten Jahren der Administration für Youth Engagement verantwortlich. Er hat den einzigen empty chair Witz der drei Tage gemacht:

Die Keynote am ersten Tag hielt ein junger Bürgermeister, Julian Castro, von San Antonio, Texas. Zu beginn war er steif und man merkte, dass er bei jeder  ”applause line” ein bisschen erleichtert war und sich selbst gefallend lächelte. Nach ein paar Minuten aufwärmen wurde seine Rede aber zu einem Highlight der Convention – und seine Tochter zu einem Meme.

Dass ein Highlight nicht unbedingt lange sein muß zeigt Zach Wahls. Der 20jährige Mann wurde schon letztes Jahr zur YouTube Sensation, als er vor dem House Judiciary Committee eine Rede über seine Familie hielt. Seine Eltern sind zwei Frauen. Der junge Mann hält auch vor 20,000 Menschen stand und ich wäre nicht überrascht, wenn er in ein paar Jahren in die professionelle Politik wechseln würde.

Der wohl emotionalste Moment der Convention letzte Woche war jedoch der Auftritt von Gabby Giffords, jene Abgeordnete, die im Jänner 2011 von einem Attentäter angeschossen wurde. Sie trug, begleitet von ihrer engen Freundin Debbie Wasserman-Schulz – DNCC Chair und Abgeordnete aus Florida, die Pledge of Allegiance vor:

Die letzte Rede des ersten Tags gehörte Michelle Obama. Für mich eine der effektivsten und – hierzulande unbeachtetsten – Reden der Convention.

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People To Watch: Elizabeth Warren

Dass Conventions nur alle vier Jahre stattfinden heißt auch, dass es nur alle vier Jahre die Gelegenheit gibt, mehr oder weniger unauffällig mit den wichtigen Vorwahldelegationen zu sprechen. Da gilt es – sicher ist sicher – mal seinen Namen in einen Hut zu werfen, egal ob man in 4 Jahren als Präsident kandidieren will oder nicht. Sen. Klobuchar (MN), Gov. O”Malley (MD), und noch-Sen. Warner (VA) sind drei der Namen
Eine, die nicht dort war, ist Universitätsprofessorin Elizabeth Warren. Ihr werden zwar Ambitionen nachgesagt, aber zuerst hat sie eine Hürde zu nehmen: in eine Funktion gewählt werden. Dabei hilft ihr die Partei indem sie gestern, am zweiten Tag der Convention, die Keynote Adress um 22 Uhr Ortszeit halten durfte. Diese Möglichkeit hat sie nicht zur Gänze ausgeschöpft.

Es war ein Schock für die DemokratInnen – aber für sonst niemanden: Nach dem Tod von Ted Kennedy (dessen Videonachruf am ersten Tag der Convention absolut nachsehenswert ist) wurde im Jänner 2010 neu gewählt. DemokratInnen gingen mit Martha Coakley und einer Arroganz gegenüber den WählerInnen in den Wahlkampf. Der “Senate Seat” der Ted Kennedy in Massachusetts gehörte könne ja wohl nicht verloren gehen. Coakley ging in der Hochphase des Wahlkampfs sogar noch auf Urlaub. Und damit war der so sicher scheinende Sitz plötzlich Republikanisch. Zur selben Zeit, etwa acht Autostunden weiter südlich baute Elizabeth Warren die von President Obama ins Leben gerufene Consumer Protection Agency auf und kämpfte gegen Widerstand der RepublikanerInnen, die die gesamte Agency als Big Government ablehnte. Wenige Monate später gewannen auch hier die RepublikanerInnen: Sie filibusterten die offizielle Bestellung von Warren.

Doch das könnte ihnen jetzt teuer zu stehen kommen: Als Warren noch einen Job hatte, war die Konkurrenz für Scott Brown in November dünn: Ein Bürgermeister, der Gründer von City Year (für den ich – full disclosure – im Vorwahlkampf gearbeitet habe) und fünf andere Kandidaten grundelten in Umfragen bei je 20% herum. Doch dann kam Elizabeth Warren und mit ihr die Hoffnung, dass der/die Junior SenatorIn von  Massachusetts wieder von den DemokratInnen gestellt wird. Gestern Abend hat die Partei Elizabeth Warren den Slot gegeben, den 2004 Barack Obama ins nationale Rampenlicht gerückt hat: die Keynote um 22 Uhr, früh genug für gute Einschaltquoten, spät genug, um auch auf der West Coast im Hauptabendprogramm zu sein.

Sie ist eine “flaming liberal” und eine von wenigen, die auch für Europa klassenkämpferische Töne anschlägt und den Amerikanischen Traum duchaus als “rigged system” kritisiert. Heute hatte sie keine einfache Startposition, viele der Reden vor ihr waren low energy und das bis auf den letzten Platz gefüllte Stadion war nicht besonders laut. Die Rede war solide und gegen Ende schaffte sie sogar einen Großteil des Publikums zu Standing Ovations zu bewegen. Die Applaus Lines waren aber im Allgemeinen unkreativ und kaum ein Zitat blieb hängen. Zwar zwar sie sympatisch, aber erinnerungswürdig wird die Rede nicht bleiben. Bevor Warren aber über die Präsidentschaft nachdenken kann, muss sie ohnehin erst Brown schlagen…

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Stefan Bachleitner | Josef Barth | Yussi Pick