Pick of the week: Alternative Realities

Was machen eigentlich die anderen Kandidaten noch im Rennen? Warum haben Santorum, Gingrich und Paul nicht schon längst zum Wohle der Partei aufgegeben?  Die einfache Antwort ist: Sie alle glauben noch, eine Chance auf die Nominierung zu haben. Zwar glaubt Intrade, “The World’s Leading Prediction Market” ihnen das nicht – dort wird Romney mit 75%, Santorum mit 15% und der Rest rund um 2% geführt, aber ein wenig von seiner Kandidatur überzeugt sein, wenn man insgesamt rund 100 Millionen Dollar an eigenen und fremden Geld ausgibt – und Börsen sind schon öfter mal falsch gelegen.

Die etwas komplexere Antwort ist: Sie versuchen alle möglichst viele Delegierte hinter sich zu versammeln, um mehr  Verhandlungsmacht zu haben. Präsidentschaftskandidat ist sicher das höchste Ziel, aber nicht das einzige. Santorum könnte etwa mit genug Delegierten hinter sich argumentieren, warum er der perfekte Vizepräsidentschaftskandidat sei. Gingrich könnte auf einen Ministerposten schielen und auch Paul könnte hoffen, entweder einen Ministerposten zu bekommen (um etwa als Secretary of State den Austritt aus der UNO zu forcieren) oder zumindest im Hauptabendprogramm bei der Convention eine Rede zu halten (hat ja schon einmal jemandem ganz gut getan).

Doch Ron Paul hat andere Pläne: Er will trotz alledem die Delegiertenmehrheit zustande bringen. Unser Pick of The Week is daher diesmal zweiteilig: Nate Silver’s Artikel, über den Wahlausgang in Maine und wie Paul dort noch eine Mehrheit bekommen will und ein Ausschnitt aus der Rachel Maddow Show von Freitag, auf den uns dankenswerterweise User Gregor Sch auf Facebook aufmerksam gemacht hat. In ihm beschreibt ein Senior Strategist der Ron Paul Kampagne, wie diese durch statutarische Tricks plant, eine Mehrheit zu erlangen.

Die Kurzfassung: Ein Caucus besteht aus zwei Phasen: In der ersten Phase entscheidet die “Popular Vote” wen die Basis dieses Wahlkreises unterstützt. Im zweiten Schritt werden die Delegierten bestimmt, die diese “Popular Vote” bei der State Convention vertreten sollen. Sollen. Denn diese Popular Vote ist in den meisten Staaten non-binding. Sprich: Wenn sich die Basis für Romney oder Santorum ausspricht, dann aber nur mehr Menschen zum Delegiertwerden übrig bleiben, die – auch ganz offen kommuniziert – Paul unterstützen, bekommt jener alle Delegierten.

In Maine hat sich die Sache ein wenig anders: Dort konnte der einwöchige (!) Zeitrahmen zur Abhaltung eines Caucus von einem County wegen Schneewarnungen nicht eingehalten werden. Deshalb findet er nächsten Samstag statt. Nun führt Romney in Maine mit nur 194 Stimmen. Zwar ist das County absurd klein, aber wenn Paul es darauf ankommen lassen will wäre es durchaus in Bereich des Möglichen, dort noch 200 Stimmen zu gewinnen und damit Maine für sich zu entscheiden. Nate Silver hat in unserem Pick of the Week noch ein paar Zahlenspiele auf Lager.  Und hier das Video der Rachel Maddow Show:

Dieser Beitrag ist von Yussi Pick

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2 Rückmeldungen zu “Pick of the week: Alternative Realities”

  1. pferdi sagt:

    chuck norris hat sich immerhin auch endlich auf newt festgelegt.. ,)
    http://www.wnd.com/2012/02/why-i-chose-newt-over-santorum/

Trackbacks / Pingbacks

  1. [...] Ebene vertritt. So geschah es etwa, dass Ron Paul in Iowa zwar nicht den ersten Platz belegte, aber alle Delegierten einsammelte. In normalen Wahljahren ist das ein statutarischer Trick, der belächelt wird. Wenn es darum geht [...]


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