TechTuesday: There’s an app for that

Als Barack Obama im Jänner 2007 seine Kandidatur ankündigte, war das Nokia 6300 das meistverkaufteste Handy weltweit. Das iPhone kam erst einige Monate danach auf dem Markt. Fast 20 Monate später, im Herbst 2008 als die Obama Kampagne so viel Geld hatte, dass sie unter anderem Werbung in Computerspielen schaltete, kam jemand auf die Idee, auch eine iPhone App zu programmieren. Das Geld war dann gar nicht notwendig, denn nach einem Email an die UnterstützerInnen fanden sich 10 freiwillige Programmierer. Heute gehören Smartphoneapps zum guten Ton – Mitt Romney hat erst letzte Woche  doch wenige Kampagnen haben sie bisher gelungen eingesetzt. 

Dass auch in der Obama Kampagne nicht alles von Anfang an perfekt macht, zeigt sich an der diesjährigen App. Im letzten Wahlkampf schlug sich die innovative Kampagnenstrategie auch in der App nieder: Menschen reden mit Menschen. Die Hauptfunktion der App war ein “Call your Friends” Feature, das das Telefonbuch nach FreundInnen aus einem Battlegroundstate  durchsuchte (1) und vorschlug sie anzurufen. Außerdem zeigte Sie, welche Events in der Nähe stattfänden.  2012 ist die App – noch – eher nicht für den Wahlkampf geeignet. Die füttert zwar ihre BesitzerInnen mit den neuesten Infos, Fotos, und Events – nach Wunsch auch mit Notifikation, aber die App ist noch kein Wahlkampftool: Es gibt keine Möglichkeit, die Nachrichten sinnvoll zu teilen oder FreundInnen von Obama per Telefonanruf zu überzeugen.

Auch Mitt Romney’s App, die er letzte Woche vorgestellt hat, ist eher monothematisch, aber zumindest ein wenig kreativ. Berühmt geworden ist die App ja eher durch einen Tippfehler, der zwar in einem Update nach einem Tag verschwand, aber there’s a Tumblr for that  (oder siehe Bild rechts). Das Bild rechts zeigt gleichzeitig die einzige Funktion der App: Einer von 13 Vorlagen wählen, sich damit fotografieren und per Email, Twitter oder Facebook teilen.

Man kann hoffen, dass im Laufe der Kampagne beide Apps noch an Kampagnentauglichkeit arbeiten, dann werden wir sie ein zweites Mal im TechTuesday analysieren. Wer sich in der Zwischenzeit für mehr Strategien mobiler Kampagnenführung interessiert, kann hier in meiner Thesis zum Thema blättern. 

(1) In den USA gibt es keine betreibereigenen Vorwahlen, sondern nur Area Codes. Man kann also an einer Telefonnummer nicht ablesen, ob es Festnetz oder Handy ist, aber man kann sehen woher die Nummer ist.

Dieser Beitrag ist von Yussi Pick

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