Iowa hat gewählt

© Jorge Moro/Shutterstock

Iowa hat sich wieder einmal als schwer berechenbarer Kampagnenboden erwiesen. Zwar konnte sich mit Mitt Romney ein Favorit den „Hawkeye State“ sichern, doch nur mit einem denkbar knappen Vorsprung von acht Stimmen vor dem Außenseiter Rick Santorum. Eine erste Analyse.

Romney kann zufrieden damit sein, keine Schlappe erlitten zu haben und Iowa ohne größeren Schaden für sein Favoritenimage abhaken zu können. Eine genauere Analyse des Ergebnisses muss seinem Kampagnenteam dennoch Bauchweh bereiten, schließlich hat Romney [Nachtrag: in den letzten Jahren inkl. Super-PACs] etwa 70-mal mehr Geld für seine Kampagne in Iowa ausgegeben als Rick Santorum (und mobilisierte trotzdem nicht mehr WählerInnen als bei seiner primary-Kandidatur vor vier Jahren).

Rick Santorum sicherte sich dafür in Iowa die Rolle als Darling der Tea Party und evangelikaler WählerInnen, die ihm auch in Zukunft einen Platz auf der politischen Bühne der USA bescheren dürfte. Angesichts der Tatsache, dass seine Kampagne aber bislang kaum größere Beachtung fand (und sowohl organisatorisch als auch im Fundraising weit hinter seinen Mitbewerbern zurückliegt) ist allerdings fraglich, wie lange er sein neu gewonnenes Momentum aufrecht erhalten kann. Außerdem kann er sich schon jetzt darauf einstellen, in naher Zukunft mit Attacken auf seine Person konfrontiert zu werden, denn diese Vorwahlen waren bislang von Negativwerbung geprägt (was sich übrigens auch in einer niedrigen Wahlbeteiligung in Iowa niederschlug).

Ron Paul kann sich über seinen dritten Platz in Iowa ebenfalls nicht wirklich freuen. Er hätte dort schlichtweg besser abschneiden müssen, um als echte Gefahr für das republikanische Establishment wahrgenommen zu werden. Newt Gingrich wiederum konnte seinen kurzen vorweihnachtlichen Höhenflug in den Meinungsumfragen in Iowa nicht in Stimmen ummünzen, womit seiner Kampagne bald die Luft ausgehen könnte. Ihm bleibt nun nur noch die Hoffnung, dass er in New Hampshire (10. Jänner) gut abschneidet, ihm die primaries in South Carolina (21. Jänner) ein Comeback bescheren und er Stimmen von aus dem Rennen fallenden MitbewerberInnen lukrieren kann. Rick Perry könnte ihm diesen Gefallen bald tun, denn nach seinem enttäuschenden fünften Platz hat er ein „Reassessment“ seiner Kampagne angekündigt – was wohl heißen dürfte, dass er die nächsten vier Jahre damit zubringen wird, die Liste jener Ministerien, die er abschaffen möchte, besser auswendig zu lernen.

Angesicht der Ergebnisse wollen die meisten KandidatInnen Iowa wohl so schnell wie möglich vergessen – nicht zuletzt das Romney-Lager. Noch während der Wahlnacht wurde bekannt gegeben, dass der letztmalige republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain in New Hampshire ein „Endorsement“ für Romney abgeben wird. Mit solchen Positivmeldungen und dem sich abzeichnenden Erfolg bei den Vorwahlen in New Hampshire kommende Woche könnte es Romney gelingen, sich entscheidend vom zersplitterten Feld seiner Gegenspieler abzuheben und sich die Nominierung zu sichern. Mit Iowa hat er zumindest den ersten Stolperstein hinter sich gelassen.

Dieser Beitrag ist von Stefan Bachleitner

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1 Rückmeldung zu “Iowa hat gewählt”

  1. Meberl sagt:

    SANTORUM IS NUMBER 2
    I realize that’s the obvious headline, but I’d been excited about using it for days.

    MUAUAHAHAHAA

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