Florida: Vor der Wahl ist nach der Wahl

Die aktuellen Umfragen sprechen eine deutliche Sprache: Mitt Romney wird in Florida wohl einen Erfolg feiern dürfen, das Rennen um die republikanische Nominierung wird damit aber nicht entschieden werden.

Newt Gingrich hat mit seinem Sieg in South Carolina immerhin ein Ziel erreicht: Das Rennen um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner entwickelte sich zuletzt immer mehr zu einem Duell zwischen Mitt Romney und ihm. Das bringt für Gingrich zwar gewisse Vorteile mit sich (weil die anderen Gegenspieler – insbesondere auf dem teuren Wahlkampfboden Floridas – etwas in den Hintergrund getreten sind), bescherte ihm aber auch eine massive Gegenkampagne. Das Romney-Lager hat Schätzungen zufolge etwa vier Mal so viele TV-Werbespots in Florida geschalten wie das Gingrich-Camp – und viele davon sind dem „negative campaigning“ zuzuordnen. Hier ein Beispiel dafür:

Auch dieser Spot hier zeigt, dass Romney nicht beabsichtigen dürfte, seinem wohl gefährlichsten Herausforderer etwas zu schenken. Angesichts dieses „Flächenbombardements“, wie Newt Gingrich die Kampagnenmethode Romneys zuletzt bezeichnete, konnte Gingrich nur wenig Kapital aus dem Endorsement von Herman Cain schlagen – der nach Rick Pery nun schon der zweite Bewerber ist, der sich hinter Newt Gingrich stellt:

Die Vorwahlen in Florida sind noch nicht gelaufen, doch die Kandidaten widmen sich bereits den nächsten Stationen auf dem Kampagnenfahrplan. Ron Paul hat den „sunshine state“ von Anfang an links liegen gelassen, um sich auf Bundesstaaten mit einem Caucus-Wahlsystem wie Nevada oder Minnesota zu konzentrieren. Rick Santorum hat seine Kampagne in Florida bereits Ende der vergangenen Woche faktisch eingestellt, um sich ergiebigeren Bundesstaaten zuzuwenden. Und auch die Romney und Gingrich haben den Schwerpunkt ihrer Kampagnen bereits verlagert.

Immerhin steht am Ende dieser Woche schon Nevada im Mittelpunkt des Interesses und alles andere als ein klarer Sieg dort würde die Favoritenrolle, an der Romney so hart arbeitet, wieder ankratzen. Immerhin gewann er bei den Vorwahlen 2008 in Nevada (wo rund ein Viertel der WählerInnen Mormonen sind) mit beeindruckenden 51,1 %, während der spätere Präsidentschaftskandidat John McCain dort mit 12,8 % sogar hinter Ron Paul mit 13,7 % lag. Gingrich wiederum kann darauf hoffen, dass einer seiner wichtigsten Unterstützer, der Casino-Mogul Sheldon Adelson, seinen Einfluss in der Republikanischen Partei von Nevada (ja, Las Vegas liegt auch dort) zu seinen Gunsten geltend macht.

Romney kann jedenfalls nicht darauf vertrauen, dass ihm ein deutlicher Sieg in Florida auch in anderen Bundesstaaten Aufwind verleiht – dieser Effekt war nämlich bislang bei diesen Vorwahlen kaum zu beobachten. Er hat zwar nach wie vor die besten Chancen, sich die republikanische Nominierung zu sichern, doch er wird mehr dafür tun (und ausgeben) müssen, als ihm lieb sein kann …

Dieser Beitrag ist von Stefan Bachleitner

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