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Mitt Romney: „I’m Not Concerned About The Very Poor“

Einem Millionär wie Mitt Romney wird gerne vorgeworfen, die Bedürfnisse der einfachen Bevölkerung nicht zu verstehen. Doch er selbst trägt am meisten dazu bei, diesen Ruf zu untermauern: Jedes Mal, wenn er über arme Menschen spricht, halten seine Berater die Luft an.

Und wieder ist es ihm passiert. Mitt Romney hat CNN nach den für ihn so erfolgreichen Vorwahlen in Florida ein ausführliches Interview gegeben. Dabei wurde der Favorit auf die Nominierung zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten auch gefragt, wie er es schaffen will, bei den Durchschnittsamerikanern besser anzukommen. Seine Antwort wird ihn wohl noch etwas länger verfolgen:

„I’m in this race because I care about Americans. I’m not concerned about the very poor. We have a safety net there. If it needs repair, I’ll fix it.“


.
Das obige Video ist auch ein Beleg für die Macht des Zusammenschnitts. Wer sich das gesamte Interview ansieht, wird feststellen, dass seine Antwort – es hätte die letzte in einem rund zehn Minuten dauernden Gespräch sein sollen – etwas länger war. Nach dem ersten Teil sagt er auch: „I’m not concerned about the very rich, they’re doing just fine. I’m concerned about the very heart of the America, the 90 percent, 95 percent of Americans who right now are struggling.“

Sein Team bemüht sich nun eifrig darauf hinzuweisen, dass der Satz „I’m not concerned about the very poor.“ aus dem Zusammenhang gerissen wird (solche wehleidigen Ausreden kennen wir ja auch von österreichischen Politikern). Doch Tatsache ist: Jeder politische Profi von heute muss wissen, dass aus jedem einzelnen Satz(teil) eine Headline werden kann. Es gibt nur einen Weg, wie man vermeiden kann, mit irritierenden Sätzen zitiert zu werden – indem man sie nicht ausspricht.

In den Reihen der Republikaner macht sich daher einige Verwunderung breit, warum Romney in diesem Themengebiet nicht trittsicherer agiert – schließlich ist glasklar, dass es zu seinen Kernaufgaben gehört, etwas vom Image des abgehobenenen Multi-Millionärs wegzukommen (oder dieses zumindest nicht zu verstärken). Die letzte Frage ihm verpatzten CNN-Interview hätte ihm sogar eine gute Chance dazu geboten, doch Romney scheint sich bei diesem Thema sichtlich unwohl zu fühlen.

Zum Vergleich hier das komplette Interview. Die relevante Frage der Interviewerin beginnt bei 07:40 und Romneys Antwort darauf bei 09:03 – wer sich generell für das Vorwahlergebnis in Florida interessiert, sollte sich aber ruhig das gesamte Gespräch ansehen.

Dieser Beitrag ist von Stefan Bachleitner

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