Autorenarchive | Yussi Pick

DNC Tag 1: Eindrücke

Charlotte, die Stadt im politischen Bezirk Mecklenburg, in der heute die Convention der Demokraten begonnen hat, ist wie viele Amerikanische Städte: Ein paar Blöcke Hochhäuser Innenstadt, der Rest flach und verhüttelt. Der öffentliche Verkehr ist zwar vorhanden, aber wird nicht verwendet, weil Busse nur alle heiligen Zeiten fahren – oder fahren Busse nur alle heiligen Zeiten, weil sie nicht oft verwendet werden? Seit ein paar Tagen wird die Stadt von etwa 5000 Delegierten und der dreifachen Anzahl Gästen und JournalistInnen überschwemmt.

Manche dieser Gäste kommen als Beobachter, andere als Pundits und manche kommen, um auf ihr Thema aufmerksam zu machen. Pro-Israel, Anti-Debt, die LGBT Gruppe Human Rights Campaign. Letztere verbieten in einem Wahn von Message Controll ihren Menschen auf der Straße mit Reportern zu sprechen und lassen sie auf eine generische Website verweisen.

Die lauteste Debatte ist allerdings Pro-Choice. Auf der einen Seite AbtreibungsgegnerInnen, auf der anderen Seite NARAL und Planned Parenthood, zwei der größten Pro-Choice Organisationen der USA, die spontan ihre Demo verlegt haben. Nachdem die ersten Reden erst um 17 Uhr Ortszeit starten – die Rede von Michelle Obama ist überhaupt erst um 22 Uhr – (das Programm hier) vergnügen sich Gäste mit diversen Attraktionen, nicht zuletzt Celebrity Spotting. Einige davon gibt’s als fotografische Eindrücke gibt’s auf Facebook, textliche und das Videos gibt’s hier. Mehr Updates bald:

 

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SPECIAL REPORT: Nerd Olympics Preview

Wenn das White House Correspondents Dinner, das jährlich stattfindet, das “Nerd Prom” ist, dann sind die Conventions wohl die Nerd Olympics. Ab Montag Nachmittag bin ich vor Ort in Charlotte, mein livegetwittere gibt’s auf Twitter.com/USA2012at. Heute eine Vorschau, inklusive eines Videointerviews mit dem ehemaligen Redenschreiber von Al Gore, der unzählige Convention Speeches geschrieben hat .

Dass die Conventions Shows sind und schon lange nichts mehr mit inhaltlicher Ausrichtung oder sogar Wählen des/r KandidatIn zu tun hat, ist  hinlänglich bekannt. Die Convention selbst ist allerdings nur der prominenteste Teil eines Veranstaltungsspektakel, dass sich drei Tage lange in Charlotte abspielt – immerhin gilt es tausende Delegierte, Gäste und JournalistInnen auch abseits der für die Primetime angesetzten abendlichen Reden zu bespaßen. Da gibt es Zelte befreundeter Organisationen (die oft wirres Zeug reden), Diskussionsveranstaltungen mit PolitikerInnen, Filmpremieren mit Stars, Happy Hours aller Alumniverbände die etwas auf sich halten – genug Orte, um zu networken, das liebste Hobby von PolitikprofessionistInnen. Seit letzter Woche gibt sogar eine eigene Charlotte 2012 iPhone App.

Viele davon werde ich in den nächsten Tagen besuchen – in Planung sind unter anderem ein POLITICO Frühstück mit Nancy Pelosi, ein Politik Trivia der Washington Post und ein Kamingespräch mit einem “Democratic Newsmaker,” der in den nächsten Tagen bekannt gegeben wird. Mit etwas Glück gibt’s noch Restkarten für die Daily Show. Von möglichst vielen wird es Berichte geben.

Seit über einem Jahr sind Menschen vor Ort, um die Convention und die Veranstaltungen rundherum vorzubereiten. Diese ständige Präsenz ist ein Grund, warum der Ort der Conventions so strategisch gewählt wird: Noch bevor andere Field Offices geöffnet sind, ist dort eine Armada an MitarbeiterInnen vor Ort, die auch für den/die jeweilige KandidatIn Stimmung machen. Doch Conventions sind nicht nur für die PräsidentschaftskandidatInnen wichtig, um sich der Öffentlichkeit vorzustellen, es ist vor allem für unbekanntere KandidatInnen eine Gelegenheit für eine große Bühne. Einerseits gibt es die Keynotes von PolitikerInnen, die die Partei fördern will, etwa Obama und Schwarzenegger 2004, oder Chris Christie dieses Jahr, andererseits gibt es kleinere, scheinbar unwichtigere Slots, die für unbekannte KandidatInnen wichtig sind, wie Bob Lehrmann erzählt. Er argumentiert im USA2012.at Video Interview, dass die Conventions noch immer eine wichtige Rolle für WählerInnen spielen – wenn auch eine andere, als zuvor. Er erzählt vom glorreichen Leben eines Redenschreibers bei Conventions und lässt uns ein wenig hinter die Kulisse einer Convention blicken, wie sich die RednerInnen vorbereiten.

Weil Bob Lehrman voller Anekdoten und Weisheiten ist, wird es noch einen zweiten – und möglicherweise dritten – Teil des Interviews geben.

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VideoWednesday: Swicher

Beide Kampagnen haben in den letzten Tagen Webvideos veröffentlicht, in denen ehemailge UnterstützerInnen der Gegenseite ihre Enttäuschung beschreiben und bekunden, dieses Jahr die andere Seite zu wählen.Das ist aber die einzige Gemeinsamkeit: Romney’s Kampagne holt eine allgemeine Frustration mit der wirtschaftlichen Lage ab, Obama’s Video bleibt ihrer Botschaft treu und fokussiert auf Frauenthemen. Während Romney’s Team  Menschen mit sehr ähnlicher Herkunft auftreiben konnte, sind die Frauen im Obama Video divers in Alter, Ethnizität und sozialem Status. Das demokratische Video zeigt gerade genug Frauen, dass man mit dem Zählen aufhört, Romney’s Team hat nur drei gute KandidatInnen gefunden. Auch cinematographisch ist Obama’s Video schöner gemacht. Die Frauen wirken natürlich und entspannt, während die Romney AnhängerInnen, vor allem in der Szene in der sie die Schilder umdrehen und zuerst grimmig, dann freundlich dreinschauen, sehr gestellt und unnatürlich wirken. Romney’s Video folgt in seiner Struktur einer Fernsehwerbung: in der ersten Hälfte wird mit düsterer Musik über den Gegenkandidaten gesprochen, dann hellt die Musik auf und Romney’s positive Attribute werden beworben. Doch entscheidet selbst, welche ihr für gelungener hält:

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Mainstreet U.S.A.: Rangeley, Maine

Es ist schwierig einem/r EuropäerIn zu zeigen, wo Rangeley ist: bis man einen Referenzpunkt findet, hat man auf Google Maps so weit rausgezoomt, dass der rote Tropfen nur mehr ein Annäherungswert ist: http://goo.gl/maps/T2oXR Rangeley kann mal wohl am besten so beschreiben: Die nächste Ampel ist etwa 60km entfernt. Die nächste Stadt 4 Stunden – Montreal. Unser heutiges Video wurde dort, in den Bergen von Maine aufgenommen. Man darf das Mainer Konzept “Berg” nicht mit dem österreichischen Konzept verwechseln, Gipfel und Felsen – zwei Merkmale von meinem österreichisch-geprägten Bild von Bergen gibt es keine. Aber hoch ist es schon irgendwie und Skifahren kann man angeblich auch. Dort hab ich eine Dame in einem Geschenkeramschladen getroffen, die in ganz vielen Bereichen Mainstreet U.S.A. ist: Sie ist nämlich die von den RepublikanerInnen hoch gelobte “small business owner” – ihr gehört der Laden. Gleichzeitig ist sie die von den DemokratInnen ins Argument geführte Person, die zwei und mehr Jobs arbeitet, um sich ihr bescheidenes Leben in Rangeley, ME leisten zu können. Mit Politik hat sie nichts am Hut und – ganz in Amerikanischer Manier, liebt sie Menschen und ihr Leben und beschwert sich nicht – zumindest nicht vor Fremden und einer Kamera.

 

Auch das Artikelbild stammt aus ist recht aussagekräftig für Rangeley.

 

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Pick of the Week: Convention Weeks

Es ist Convention Week hier in DC. Die JournalistInnen und eine Reichshälfte des Landes sind ausgeflogen – sofern sie das ob des nahenden Isaacs konnten und die DemokratInnen halten sich zurück. Sie wissen: Diese Woche gehört entweder den RepublikanerInnen oder Isaac, der morgen New Orleans treffen könnte, sie werden in den kommenden Tagen keine Chance haben, Agenda Setting zu betreiben. RepublikanerInnen versuchen in Florida nach einer misglückten Woche, in der mehr über Abtreibung als über die Wirtschaftslage diskutiert wurde, den öffentlichen Diskurs wieder auf Themen zu lenken, die ihnen nutzen. Noch heißt es aber abwarten, denn auf Grund des Sturms wurde der Beginn der Convention um einen Tag verschoben. Es bleibt also uns und allen anderen Pundits nur, historisch auf Conventions zurückzublicken.

Fast jede Convention hat einen erinnerungswürdigen Augenblick. Etwa 2000, als wenige Jahre nach dem Lewinsky Skandal,  Al Gore aus Angst in ein ähnliches Licht gerückt zu werde ein heile Familie Bild zeichnen wollte und seine Frau mehr als leidenschaftlich küsste (Sekunde :20). Oder 1980, als Ted Kennedy seine Kandidatur gegen den Parteikollegen und damaligen Präsidenten Jimmy Carter nach einer langen und heftig geführten Vorwahl zurückzog. Seine Rede ”The Dream Shall Never Die” hat Berühmtheit erlangt. 8 Jahre später wurde das Versprechen eines Kandidaten selbst in Europa berühmt: Read my lips, no new taxes. Deshalb widmen den Pick of the Week heute dem ehemaligen Speechwriter Al Gore’s, der im Christian Science Monitor einen (noch historischeren) historischen Rückblick gibt: Why Conventions Still Matter.

Ein Wort zur Zeitung: Man darf sich vom Namen nicht verwirren lassen – in zwei Richtungen. Zwar ist die Zeitung zwar religiös geprägt, aber in ihren Reportagen durchaus seriös, gleichzeitig hat das Wort Science dort wenig verloren, immerhin glauben die AnhängerInnen der Church of Christ, Scientist nicht an Wissenschaft im engeren Sinn und suchen medizinische Heilung im Gebet.

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VideoWednesday: Forgiveness

Krisenkommunikation muss schnell gehen. Zwei Tage nach Todd Akin’s Aussagen sehen Menschen in Missouri diesen Spot, in dem er seine Worte bedauert ohne seine politische Position zu ändern. Gestern, Dienstag, Abend verstrich eine Deadline in der er seine Kandidatur zurückziehen hätte können. Der Druck von RepublikanerInnen war und ist von allen Seiten groß. Missouri galt als sicherer Republikanischer Sitz im Senat, wo die RepublikanerInnen 4 Sitze “umdrehen” müssen, um eine 51-Stimmen Mehrheit zu bekommen. 2006 war ein gutes Jahr für DemokratInnen und viele der damals frisch gewählten Demokratischen SenatorInnen stehen jetzt nach 6 Jahren zur Wiederwahl.

  • So auch in Virginia, wo Jim Webb nicht mehr antritt und sein damaliger Gegner durch einen ähnlichen Zwischenfall wie Adkin seine Chancen verspielte. Damals bezeichnete er einen Demokratischen Tracker – ein Kameramann, der politischen Gegnern überall hin folgt, um jeden Ausrutscher auf Band zu haben – als “Macaca” Dieser Zwischenfall gilt als der erste YouTube-Skandal in Politischer Kommunikation, weil er sich schlagartig auf der damals neuen Videoplattform verbreitete.
  • Im sonst konservativen Montana wurde 2006 knapp ein Demokrat gewählt, der bei der Wiederwahl eher schwach aussieht.
  • In Wisconsin ist der Incumbent zwar schon viele Jahre im Amt, aber durch das politische Klima der letzten Jahre ist seine Wiederwahl alles andere als gesichert.  Zuletzt wurde Gouverneur Scott Walker (R) trotz aller gewerkschaftlichen Mobilisierungskraft in durch die Gewerkschaft erzwungenen Neuwahlen wiedergewählt.

Gleichzeitig sind 3 Republikanische Sitze in Gefahr, Demokratisch zu werden:

  • Massachussetts, wo Scott Brown in einer Special Election 2010 den ehemaligen Sitz von Ted Kennedy erobern konnte
  • Maine, wo die Pro-Health-Care-Reform stimmende RepublikanerIn Olympia Snowe die politische Bühne auf Grund von “harsh partisanship” verließ.
  • Nevada, wo Republikaner John Ensing im Mai 2011 wegen einer Affaire zurücktreten musste und zwei schwache KandidatInnen auf beiden Seiten um seinen Sitz kämpfen.
Missouri galt neben North Dakota und Nebraska als sichere Beute. Dementsprechend ist der Druck der Republikanschen Partei verständlich. Sie hoffen, dass ein neuer Kandidat das Rennen einfacher gewinnen könnte.  Doch Adkin will nicht so schnell aufgeben. Mit der Ad versucht er, die Umfragen noch einmal für sich zu drehen, um dadurch wieder in die Gunst der Partei und damit Zugang zur Republikanischen Swing State Kriegskassa zu bekommen. Mike Allen zitiert einen anonymen Republikaner: “He just put down his last $250,000 on a statewide ad asking for forgiveness. That will run until the 27th and then I’m sure he will do a poll. And then we will see if he will do the right thing or not.”
Ob die Ad gut genug ist? Ich bin mir nicht sicher…

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Mainstreet U.S.A.: Wiener Blut

Was hierzulande der Kleine Mann ist, ist in den USA “small business” oder “the middle class”: Eine undefinierte und -bare Zielgruppe, in deren Interesse PolitikerInnen Positionen postulieren. Hier werden ab heute in unregelmäßigen Abständen Vignetten von der “Mainstreet USA” gezeigt, die ich auf der Reise gesammelt habe. First Up: Wiener Blut.

Es ist des/r AußenpolitikjournalistIn Größter Alptraum: Der Chef will, dass die Geschichte Österreichbezug hat. Daher ist diese erste Vignette als kleines Service für alle AußenpolitikjournalistInnen zu verstehen.
Tatsächlich hatte fast jede/r von uns ein Stück dieses Dorfs in seinem/ihrem Kinderzimmer stehen. Milton Bradley, der Erfinder des “Game of Life” und Gründer von MB – bekannt auch durch die Plastikversion von Schifferl Versenken und Vier Gewinnt, Jenga oder Scottland Yard wurde in dieser Einöde mit 500 Einwohnern geboren. Leider war es unmöglich, eine royalty-free Version von Strauss’ Wiener Blut zu bekommen, die also bitte im Hintergrund mitdenken:

Leider hat mir Ed McCarthy erst nach unserem kleinen Interview verraten, dass er der Vorsitzende der Örtlichen Demokraten ist. Um Maine macht er sich für Obama keine Sorgen, doch viele sind davon enttäuscht, dass Obama in Afghanistan geblieben ist. Dann rauscht er ab, um einer 92jährigen Frau im Ort Gesellschaft zu leisten.

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Pick of The Week: Immer wieder diese Frauenthemen

Jetzt ist schon wieder was passiert. Nachdem das Thema Frauengesundheit schon im Frühjahr heiß diskutiert wurde und die RepublikanerInnen damit in einer der wichtigen Gruppe im diesjährigen Wahlkampf Boden verloren haben, ist das trennende Thema zurück.

Neben der Wirtschaftslage hat die Obama Kampagne schon während der Republikanischen Vorwahlen versucht, das Thema Frauengesundheit auf’s nationale Tapet zu heben. Da gab es die Contracteption Controversy, in der RepublikanerInnen versuchten zu verhindern, dass Verhütungsmittel von der Gesundheitsversicherung gedeckt werden. Gleichzeitig versuchten republikanisch dominierte State Houses Gesetze durchzubringen, die Abtreibung erschweren – etwa in Virginia, wo sie beschlossen, dass vor jeder Abtreibung ein transvaginaler Ultraschall durchgeführt werden muss, egal ob medizinisch notwendig oder nicht. Rick Santorum sah Schwangerschaften durch Vergewaltigungen als grausam aber “god’s gift.” Wenige Wochen später wurde eine Abgeordnete des Floors verwiesen, weil sie während einer Abtreibungsdebatte das Wort Vagina benutzte. Fast schon legendär ist jener Senator, der während einer Debatte um die Subventionen der Frauengesundheitsorganisation Planned Parenthood behauptete, über 90% ihrer Aktivitäten seien Abtreibungen (die Wahrheit liegt unter 5%). Später ruderte er ein wenig zurück und ließ ausrichten “his remark was not intended to be a factual statement.” Der Pushback seit der Machtübernahme der RepublikanerInnen Anfang 2011 war so massiv, dass progressive Gruppen vom “War on Women”  sprechen. Weil die Debatte DemokratInnen nutzt, versuchten RepublikanerInnen die Debatte in den letzten Monaten nicht fortzuführen.

Doch dann kam Todd Akin. Er wäre mit ziemlicher Sicherheit neuer Republikanischer Senator aus Missouri geworden. Seine Gegnerin ist die derzeitige Senatorin Claire McCaskill, die während der Demokratischen Welle 2006 mit einer knappen Mehrheit in den Senat einzog. Ob ihrer liberalen Positionen im relativ konservativen Missouri war ihre Wiederwahl relativ unwahrscheinlich. Doch gestern gab Akin im Fernsehen seine Sicht zu Schwangerschaften durch Vergewaltigungen zum Besten:

“First of all, from what I understand from doctors [pregnancy from rape] is really rare,” Akin told KTVI-TV in an interview posted Sunday. “If it’s a legitimate rape, the female body has ways to try to shut that whole thing down.”

Vorhersager Nate Silver stufte daraufhin sofort das Rennen vorsichtig, aber noch vor Lektüre von tatsächlichen Umfragen von “Leaning R” zu “Tied” ein. Die Debatte um Frauengesundheit ist damit auch auf nationaler Ebene wieder voll entbrannt.

Mit Grüßen von der Delaware Raststation zwischen New York und DC, unser Pick of the Week: Talking Points Memo – Republican Senate Nominee: Victims Of ‘Legitimate Rape’ Don’t Get Pregnant

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VideoWednesday: The Man from Hope

Die Conventions rücken immer näher. In 2 Wochen versammeln sich die RepublikanerInnen in Tampa, in 3 die DemokratInnen in Charlotte, von wo wir vor Ort berichten werden. Conventions sind der offizielle Kick-Off der General Election Season. In nicht allzu vergangenen Tagen wurden die Conventions live im Fernsehen gezeigt. Die mehrtägigen Spektakel waren schon immer mit einer ordentlichen Prise amerikanischem Pathos versehen. Das, und die Vorliebe von AmerikanerInnen für Selfmademan-Origin Stories, ist vor allem für Gegenkandidaten eine Gelegenheit, sich einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. 1992 war ein junger, aufstrebender Gouverneur aus Arkansas angetreten, um einen alten Präsidenten zu enttrohnen. Er stellte sich dem Land bei der Convention mit folgendem Video vor, dessen Titel auf seinen Geburtsort anspielt: Hope, Arkansas.

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TechTuesday: The Long Tail

“Why the Future of Business is selling less of more” hat Chris Anderson, Chefredakteur von WIRED sein Buch “The Long Tail” untertitelt. Um Politik geht es da überhaupt nicht. Es geht um Amazon, Apple, Netflix, Hulu und Konsorten. Die vereinfachte Zusammenfassung in zwei Sätzen: Lagerraum wird immer billiger (vor allem digitaler Speicherraum), daher ist es einfacher/billiger ein diversifiziertes Angebot zu haben. Zwar macht man noch immer viel Profit mit den Bestsellern, aber einen nicht unsignifikanten Teil des Profits kann man dadurch machen, viele unterschiedliche Nieschenprodukte zu haben. Auch Kleinvieh macht Mist, sozusagen. Das hat sich auch die Politik zu Herzen genommen.

Wer an Online Campaigning denkt, denkt an Facebook, Twitter, YouTube und – zumindest in den USA –  auch Email. Doch wer nur an diese Kanäle denkt, lässt kleine, aber in Summe wichtige Zielgruppen aus, so die Theorie des Long Tail umgelegt auf Politik. Obama’s 2008 Kampagne, die in ihrer Gesamtheit darauf ausgelegt war, nicht dadurch zu gewinnen, 50%+1 der bestehenden WählerInnen, sondern die WählerInnenbasis durch Neuregistrierungen zu erweitern, waren dieser Theorie treu. So gab es Obama nicht nur auf Facebook zu liken, sondern auch auf:

  • Twitter.com – 2008 ein unwichtiges Nischenprodukt mit 2 Millionen NutzerInnen
  • Myspace.com – bereits am absteigenden Ast
  • YouTube.com – nicht nur als Regal für TV Ads
  • Flickr.com – Bilder
  • LinkedIn.com – ein Netzwerk für professionelle Kontakte und Jobs
  • MiGente.com – ein Netzwerk für AmerikanerInnen südamerikanischer Abstammung
  • BlackPlanet.com – ein Netzwerk für AfroAmerikanerInnen (das aller erste Social Network, heißt es)
  • Eons.com – ein Netzwerk für Menschen 60+ (Der Enstehungsmythos besagt, dass die GründerInnen der Kampagne eine eigene Bewilligung geben mussten, weil Obama ja noch nicht 60+ war)
  • AsianAve.com – ein Netzwerk für AmerikanerInnen asiatischer Abstammung
  • Glee.com – ein Netzwerk für LGBT Menschen.
In diesem Wahljahr ist der Mix ein anderer, am prominentesten kam Tumblr hinzu, eine Contentplattform auf der üblicherweise viel Cat- und Ryan Gosling-Content verbreitet wird. Wenn eine der wichtigsten Kampagnenregeln”Dominate the dominant medium” heißt, dann sagt der Long Tail wohl: Dominate the dominant medium – and all the others too.

Politische Nieschen

Die Nieschenfrage kann man natürlich auch anders aufrollen, nämlich anhand der Frage, welche politische Zugehörigkeit die Mehrheit in einem Webserivce hat. Diese – natürlich völlig unwissenschaftliche – Grafik, versucht sich daran. Die X Achse zeigt politische Zugehörigkeit, die Y Achse Potential (politischer) Aktivierung und die Größe der Blase zeigt die Anzahl der Fans eines Webservices – alle drei Indikatoren werden von Facebook gespeist, wie Engage, die Erfinder der Grafik in ihrem Blog beschreiben. Engage ist übrigens eine der innovativsten Online Campaining Agenturen auf republikanischer Seite, Trendsetter, das Tool mit dem die Daten erfasst wurden, eine Abstimmungsplattform, die gegebene Antworten mit Informationen aus Facebook verknüpft.

 

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Stefan Bachleitner | Josef Barth | Yussi Pick